Abschlussveranstaltung WIN-WIN-Projekt Rathaus und Kirche Suderburg

Begegnung ermöglichen – Mobilität fördern

Das Bürgerbus-Projekt Suderburg, das aus dem o.g. Projekt hervorging, steht von nun an komplett auf eigenen Füßen. Am Sonntag wurde das WIN-WIN-Projekt offiziell beendet. Frau Iris Tuttlies und Dr. Fritz Anhelm vom INEP-Institut (Internationales Institut für Nachhaltiges Energiemanagement, Politik, Risiko und Soziale Innovationen) gaben einen Rückblick auf die vielen Workshop, die seit 2017 im Pfarrsaal stattgefunden haben. Das INEP-Institut hat das Projekt von Beginn an mit Moderationstätigkeiten und Beratung begleitet. Sie umfasste zudem zum überwiegenden Teil die Vermittlung zwischen den mitwirkenden Personen und Institutionen vor Ort als auch darüber hinaus (Region, Land).

Die Finanzierung dieser Begleitung erfolgte durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und der Klosterkammer Hannover. Keimzelle des Projektes ist die Umweltgruppe Grüner Hahn der St. Remigius Gemeinde Suderburg. Quasi als Auszeichnung für ihre langjährige Umweltarbeit erhielt sie die Chance, als eine von vier ausgewählten Kirchengemeinden am Win-Win-Projekt teilzunehmen. Mit dabei die Gemeinde Suderburg. Die Suderburger haben sofort zugegriffen. Nach Abwägung mehrerer Projektmöglichkeiten (u.a. ein Markthallenkonzept, Windgaserzeugung) entstand aus dem Grünen Hahn heraus schließlich der Verein BürgerBus Suderburg e.V. sowie, noch nicht abgeschlossen, die Idee einer Solarnutzung der öffentlichen Dächer.

Bürgermeister Hans-Hermann Hoff bedankte sich während der Abschlussveranstaltung, die im Pfarrsaal stattfand, bei allen Akteuren. Bezüglich der Solarnutzung sieht er gute Chancen z.B. bei einer Eigenstromversorgung des Suderburger Kindergartens. Die bauliche Erweiterung böte beste Chancen dazu. Günther Schröder vom Grünen Hahn berichtete über die Pläne, weitere Kirchengebäude solarmäßig „anzuzapfen“.

Bernd Roggemann vom Verein BürgerBus gab als unermüdlicher „Mann für alles“ und als Fahrdienstleiter einen Überblick über die derzeitigen Aktivitäten. Der Bus auf der Basis eines VW T6 ist jetzt bestellt. Demnächst machen die Fahrerinnen und Fahrer ihren Personenbeförderungsschein und die Haltestellen werden aufgebaut. Er erinnerte auch an den Vereinsbeschluss, nach der fünfjährigen Einsatzzeit des Busses auf einen Elektrobus, der ausschließlich mit selbsterzeugten regenerativen Strom betrieben werden darf, umzusteigen. Allerdings sind bis dahin noch etliche technologische Entwicklungen notwendig.

Das INEP-Institut ordnete abschließend das Suderburger Projekt, welchen unter dem Titel „Begegnung ermöglichen – Mobiliät fördern“ stand, in das Gesamtprojekt ein. In Adelebsen ist u.a. ebenfalls ein Bürgerbus geplant, allerdings türmen sich dort bürokratische Hürden auf. Auf der Insel Langeoog mit ihrem großen Tourismusaufkommen konzentrierte sich die Projektentwicklung auf Ansätze für eine zukunftsfähige Identität. Und in der Hildesheimer Nordstadt  steht die soziale Quartiersentwicklung „Neue Mitte Hildesheim-Nord“ im Vordergrund.

Pastor Dittmar, der im zuvor stattgefundenen Gottesdienst das Win-Win-Projekt in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte, machte Mut, über den Bürgerbus hinaus zu schauen und die Chance zu sehen, die unterschiedlichsten Ansätze der Gemeinde Suderburg miteinander zu verbinden. Er lobte auch das bürgerschaftliche und begeisternde Engagement der Projektmitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur so sei es gelungen, Durststrecken zu überwinden. Sinnbildlich sprach er von den helfenden Engeln in Gestalt von aktiven Bürgerbus-Leuten, die immer wieder große Steine aus dem Weg geräumt haben.

01.04.2019
Hans-Hermann Hoff und Iris Tuttlies